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KOSTSPIELIGE RÜCKRUFE VON BATTERIEN VERHINDERN – MIT PRÄDIKTIVER BATTERIEANALYTIK

Der größte Treiber der E-Mobilität war passenderweise ein Rückruf – vermutlich der größte in der Geschichte. 2015 musste Volkswagen im Rahmen des als „Dieselgate“ bekanntgewordenen Emissionsskandal fast 11 Millionen Fahrzeuge zurückrufen. Die Affäre kostete den Automobilkonzern rund 16 Milliarden Euro und markiert gleichzeitig den Anfang des Endes für den Dieselantrieb. Seitdem sind Elektroautos  auf dem Vormarsch und mit ihnen rückt auch die Batterietechnologie immer weiter ins Rampenlicht. Das sind gute Neuigkeiten für Klima und Umwelt, jedoch stellt die Komplexität moderner Batteriesysteme Hersteller vor große Herausforderungen.

Nachfrage nach Batterien so groß wie nie zuvor

Die zentrale Komponente eines Elektroautos ist die Batterie, deren Kostenanteil sich auf 30 bis 50 Prozent der Fahrzeugkosten beläuft. Zwar gelten Batterien als Schlüsseltechnologie für eine emissionsfreie Zukunft, sie sind zugleich aber auch für ihre technische und elektro-chemische Komplexität bekannt. Als Konsequenz versuchen Auto- und Batteriehersteller mit beträchtlichem Aufwand die Akkus bereits vor Produktionsstart zu optimieren. Autohersteller vermitteln ihren Kunden die gewünschte Zuverlässigkeit und Langlebigkeit mit erweiterten Garantieleistungen von bis zu acht Jahren und je nach Hersteller versprochenen Reichweiten von 160.000 Kilometern und mehr.

Mehrere Hersteller schon mit Rückrufaktionen konfrontiert

Dass Batterien dabei keinesfalls einfach zu handhaben sind, zeigen die zahlreichen Rückrufaktionen von Plug-in Hybriden (PHEV). BMW zum Beispiel musste erst kürzlich 26.000 PHEVs zurückbeordern. Aber auch Modelle von Hyundai, Ford oder Toyota blieben von Rückrufen nicht verschont. Die Hauptgründe dafür sind Batteriebrände durch Kurzschlüsse und die Überhitzung von Batteriezellen aufgrund von Verunreinigungen während des Fertigungsprozesses.

Das sind schwerwiegende Themen. Wie kann hier also prädiktive Batterieanalytik helfen?

Prädiktive Analytik kann in zwei Phasen des Batterielebenszyklus helfen

Während der Entwicklung ebnen Simulationen des elektrischen und thermischen Verhaltens sowie der Alterung der Batterien den Weg zu einem vereinfachten Systemdesign und optimierten sicherheitsrelevanten Peripheriekomponenten, wie zum Beispiel des Temperaturmanagements. Prädiktive Batterieanalytik erlaubt es Entwicklern mithilfe von Daten aus Feld- und Labormessungen  Vorhersagen zur Performance der Batterie zu treffen. Das spart Zeit und Kosten.

Während der Nutzung kann prädiktive Batterieanalytik zudem die Batterie überwachen und die verbleibende Lebensdauer vorhersagen. Defekte werden so im Vorhinein entdeckt, fehlerhafte Module vorzeitig ausgetauscht und damit das Risiko technischer Ausfälle  reduziert. Außerdem kann eine ganzheitliche Batterieanalytik auch als neutraler Vermittler mit soliden und objektiven Daten bei Meinungsverschiedenheiten, wie sie kürzlich erst bei LG Chem und Hyundai auftraten schlichten.

Einsparungen in Milliardenhöhe möglich

Nehmen wir Ford als Beispiel: Wegen des Rückrufs von etwa 33.000 Kuga PHEVs sieht sich das Unternehmen nun mit fast 340 Millionen Euro Kosten konfrontiert. Dabei handelt es sich mit dem Kuga PHEV um eine vergleichsweise kleine Serie. Bei Betrachtung einer komplett skalierten Modellreihe wie dem VW Golf mit einer Jahresproduktion von 700.000 Fahrzeugen,  steigen die Kosten im Zuge eines Rückrufs auf über 8 Milliarden Euro. Anders gesagt, führt jeder Tag, an dem Fehler bei der Batterie unerkannt bleiben, zu Kosten in Millionenhöhe.

Kontaktieren Sie TWAICE, um mehr über prädiktive Batterieanalytik zu erfahren.


Autor: TWAICE

Veröffentlicht: 18. November 2020

Ort: München