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E-MOBILITÄT

Mit künstlicher Intelligenz zu besserem Batterieverständnis

PRESSEMITTEILUNG

Das Münchner Startup TWAICE kooperiert mit dem Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik der Technischen Universität München im Forschungsprojekt bawaii, um prädiktive Batterieanalytik durch den Einsatz künstlicher Intelligenz zu verbessern.

Die Batterie im Elektroauto muss bereits bei 70 bis 80 Prozent ihrer Kapazität ausgetauscht werden, damit die zuverlässige Funktionsweise garantiert ist. Allerdings lässt sich der Zustand und die Restlebensdauer bislang noch nicht genau bestimmen, der Betrieb von E-Autos ist deshalb oft ineffizient und teuer. Das Münchener Startup TWAICE hat eine Software entwickelt, die das ändern wird. Mit Hilfe von digitalen Zwillingen informiert das Programm präzise über den „Gesundheitszustand“ einer Lithium-Ionen-Batterie. Die Industrie interessiert das brennend: Automobilhersteller wollen die Software ebenso einsetzen wie Energiekonzerne und Versicherungen. Bei der Weiterentwicklung ihres innovativen Ansatzes arbeiten die Gründer von TWAICE jetzt eng mit der Technischen Universität München (TUM) zusammen. Diese Kooperation von Forschung und Wirtschaft läuft unter dem Projektnamen bawaii (Battery Analytics with Artificial Intelligence). Sie eröffnet einen Weg, wie neueste akademische Forschungsergebnisse zur Künstlichen Intelligenz in die praktische Anwendung kommen können.

Die Forschungsgruppe arbeitet dazu an der Batterie, dem wertvollsten und wichtigsten Teil eines Elektroautos. Denselben Ansatz verfolgt TWAICE in der praktischen Anwendung weiter. Das Startup war vor einem Jahr als Spin-Off aus der TUM hervorgegangen. Mittlerweile zählen bereits einige Industriekonzerne zu den Kunden. Sie wollen mit Hilfe der TWAICE-Software ihre Batterien effizienter entwickeln & betreiben.

TWAICE wurde von Michael Baumann und Stephan Rohr gegründet. Die beiden Ingenieure beschäftigen sich schon länger mit der Frage, wie sich der Gesundheitszustand moderner Batterien zuverlässig bestimmen lässt. Sie setzen ausgeklügelte Software ein, um die Prozesse in den teuren Energiespeichern zu beobachten. Daraus können die Entwickler Vorhersagen zum Zustand und zur Lebensdauer des Akkus ableiten. Diese Faktoren sind von der individuellen Beanspruchung abhängig, die im Betrieb durch ständige Messdaten festgehalten werden muss.

Das staatlich geförderte Projekt bawaii soll weitere Möglichkeiten liefern, die vielen Daten, die beim Betrieb einer Batterie anfallen, sinnvoll zu analysieren. Die TUM-Forscher am Lehrstuhl von Professor Markus Lienkamp verfügen über eine breite Kompetenz zum Verhalten von Lithium-Ionen-Batterien. Sie nutzen für ihre Untersuchungen spezielle Der Lehrstuhl verfügt über zahlreiche Prüfstände und Demonstratoren, an denen die Forscher ihre Berechnungen überprüfen können. Zur Aufgabenteilung gehört, dass die TUM neue Methoden erforscht und bestehende validiert, während die Partner aus der Wirtschaft die zugrundeliegende KI-Software liefern und die Erprobung der neuentwickelten Methode in realen Fahrzeugen übernehmen.

Fahrzeughersteller können mit Hilfe der Software von TWAICE präzise validieren, wie gut ihr Batteriesystem die Anforderungen erfüllt. Und sie erhalten bereits in der Entwicklung genaue Prognosen zur Alterung der Batterie. Diese lässt sich dann entsprechend auslegen. Die möglichen Einsparungen können riesig sein, denn bislang werden die Energiespeicher oft zu groß geplant. Bis zur Hälfte der Kosten für ein E-Auto liegt in dessen Akku. Wie rentabel ein solches Fahrzeug am Ende ist, hängt also entscheidend davon ab, wie gut seine Batterie genutzt werden kann. Das Projekt bawaii wird diesen Nutzen durch einen gezielteren Einsatz von Künstlicher Intelligenz vergrößern.

  • About TWAICE

    TWAICE unterstützt Unternehmen industrieübergreifend mit prädiktiver Batterie-Analytiksoftware basierend auf digitalen Zwillingen. Kunden werden befähigt Batteriesysteme effizienter und nachhaltiger zu entwickeln und einzusetzen sowie deren Zuverlässigkeit und Haltbarkeit zu verbessern. Präzise Vorhersagen des Batteriezustandes und der Alterung optimieren die Entwicklung und den Betrieb von Batterien signifikant. Die genaue Bestimmung des Batteriezustandes ermöglicht darüber hinaus die Zertifizierung der Batterie für die Wiederverwendung in anderen Anwendungen. TWAICE wurde 2018 nach über vier Jahren Forschung als Spin-Off der Technischen Universität München gegründet und hat seinen Hauptsitz in München. Kunden kommen aus verschiedensten Branchen, von Elektrorollern über Autos bis hin zu stationären Energiespeichern.

    www.twaice.com

    Pressekontakt: Lennart Hinrichs | Commercial Director | Tel.: +49 89 997 324 58 | E-Mail: contact@twaice.com

  • Über die Technische Universität München (TUM)

    Die Technische Universität München (TUM) ist mit rund 550 Professorinnen und Professoren, 42.000 Studierenden sowie 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine der forschungsstärksten Technischen Universitäten Europas. Ihre Schwerpunkte sind die Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften und Medizin, verknüpft mit den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Die TUM handelt als unternehmerische Universität, die Talente fördert und Mehrwert für die Gesellschaft schafft. Dabei profitiert sie von starken Partnern in Wissenschaft und Wirtschaft. Weltweit ist sie mit dem Campus TUM Asia in Singapur sowie Verbindungsbüros in Brüssel, Kairo, Mumbai, Peking, San Francisco und São Paulo vertreten. An der TUM haben Nobelpreisträger und Erfinder wie Rudolf Diesel, Carl von Linde und Rudolf Mößbauer geforscht. 2006 und 2012 wurde sie als Exzellenzuniversität ausgezeichnet. In internationalen Rankings gehört sie regelmäßig zu den besten Universitäten Deutschlands.

  • Über den Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik (FTM), TU München

    Unter der Leitung von Herrn Professor Lienkamp beschäftigt sich der Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik der Technischen Universität München mit allen Anforderungen der Mobilität. Besondere Schwerpunkte in der Forschung sind Elektromobilität, sowie deren Komponenten und Infrastruktur. Dafür gibt es fünf Forschungsgruppen mit unterschiedlichen Fachbereichen: Fahrdynamik, Fahrerassistenz und Sicherheit, Fahrzeugkonzepte, Komponenten von Elektrofahrzeugen und die Smarte Mobilität.

  • Förderung

    bawaii ist gefördert durch das Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie i. R. des FuE Programms Informations- und Kommunikationstechnik Bayern, IUK-1808-0013.

Autor: TWAICE
Veröffentlichung: 04. März 2019
Ort: München